Die Zurückhaltung mancher Organisationen gegenüber dem Volksbegehren für Nichtraucherschutz ist nicht wirklich überraschend. Neben den in Ihrem Beitrag bereits angedeuteten finanziellen Abhängigkeiten spielen mindestens zwei weitere Mechanismen eine wichtige Rolle: Erstens die jahrzehntelangen, vielfach belegten Manipulationen der Tabakindustrie (z. B. massive Lobbyarbeit, aggressives Marketing und Sponsoring, gekaufte Forschung). Und zweitens Funktionäre, die selbst tabaksüchtig sind.
So wurde und wird der Nichtraucherschutz immer wieder durch befangene Volks- und Interessenvertreter in Schlüsselpositionen - bewusst oder unbewusst - verhindert bzw. unterwandert. Im besonders umkämpften Bereich der Gastronomie konnten wir zuerst in der Bundes- und dann in der Landespolitik, aber auch beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, beobachten, wie gute Ansätze schließlich in praktisch unwirksame Regelungen verkehrt wurden.
Außerordentlich peinlich erscheint mir als aktiver Sportler allerdings die fadenscheinige Rechtfertigung des Bayerischen Landessportverbands: Wer schon nach der ersten Niederlage nicht mehr antreten will, handelt nicht nur feige, sondern auch grob unsportlich.
Im Übrigen hätte ich mir gewünscht, dass Sie die angebliche vertragliche Verbindung zwischen dem FC Bayern München, der sicherlich ebenfalls dem BLSV angehört, und einem Tabakkonzern näher beleuchten.
Auf jeden Fall bleibt der weitere Verlauf des Volksbegehrens spannend. Da sich mittlerweile bekanntlich drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger für eine völlig rauchfreie Gastronomie aussprechen, hängt der Erfolg allein davon ab, inwieweit die Bevölkerung informiert und mobilisiert werden kann. Sollte dies nicht gelingen, werden wir wohl noch ein paar Jahre mit verqualmten Gaststätten leben müssen, bis endlich die EU Nägel mit Köpfen macht.